Wirtschaftsjuniorinnen aus Bayern gewinnen Europameisterschaft im Debattieren

Auf der kürzlich in Basel stattgefundenen alljährlichen Europakonferenz des internationalen Verbandes Junior Chamber International (JCI) haben sich die Teilnehmer auch in einem ganz besonderen Wettstreit gemessen: Dem deutschsprachigen Debattieren. Dieser Redesport hat lange Tradition im Verband, der in Deutschland als Wirtschaftsjunioren (WJ) firmiert. Sabine Steinert (WJ Fürth), Manuela Weber (WJ München) und Marlen Wehner (WJ Würzburg) konnten sich als Team „Bavarian Women“ gegen die 18 starken Konkurrenten aus Belgien, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz durchsetzen und den Preis nach Deutschland holen.

Das Debattieren als Sport – mehr als streiten

„Das Debating ist ein Redesport, bei dem ein PRO- und ein CONTRA-Team à drei Personen gegeneinander antreten, um ihre polarisierten Sichtweisen auf ein ihnen zufällig zugewiesenes Thema auszutauschen,“ erklärt Marlen Wehner, Beauftragte für das Debattieren bei den Wirtschaftsjunioren und frischgebackene Europameisterin. Das macht diesen Sport der politischen Debatte sehr ähnlich. Um im Wettkampf zu bestehen, bei dem hingegen zumeist spaßige Themen diskutiert werden, kommt es auf die Kombination einer Vielzahl von persönlichen Fähigkeiten an: Mimik, Tonlage, Körpersprache, Argumentation und Timing. Aber auch das Zusammenspiel im Team und Fairness mit den Gegnern spielen eine große Rolle. „Das macht das Debattieren zu einem echten Kommunikations-Allrounder. Denn es geht vor allem um eins: Authentizität.“ so Wehner. „Es gibt nicht die eine Strategie, den idealen Redner oder das perfekte Argument. Die Debatte entwickelt sich agil weiter und erhält durch die abwechselnden Sprechzeiten von PRO- und CONTRA-Team eine ganz eigene Dynamik.“ Das macht für Teilnehmer und natürlich auch das Publikum den Reiz bei diesem Sport aus, denn man weiß nie so genau, was im nächsten Moment passieren wird. Nur eins ist gewiss: Es ist eine mitreißende Show.

Das Debattieren trainieren die jungen Unternehmer und Führungskräfte mit dem Ziel, andere junge Menschen in die Lage zu versetzen, positive Veränderung in der Gesellschaft zu bewirken. Sie sollen befähigt werden, für ihre Meinung einzustehen und andere von der Notwendigkeit gesellschaftlichen Engagements zu überzeugen und zur Mitwirkung zu bewegen.

Crossing Borders – Grenzen überschreiten

Getreu dem Konferenzmotto Crossing Borders waren sowohl die Schweizer Finalgegner und die Flaggen der teilnehmenden Nationen ebenfalls mit auf der Bühne, um allen Teilnehmern Respekt zu zollen. Diese Geste der internationalen Freundschaft und Verbundenheit ist ein klares Signal für den friedlichen Dialog zwischen den Nationen und beweist die sportliche Grundhaltung der Teilnehmer.

Das Internet fördert die Demokratie

Im Finale haben sich die Organisatoren der Meisterschaft dann für ein ernsteres Thema entscheiden. Die Damen aus Deutschland lieferten sich einen emotionalen Schlagabtausch mit den Finalgegnern aus der Schweiz zum Thema „Das Internet fördert die Demokratie“. Letztlich konnten sie mit der CONTRA-Position den Wettkampf für sich entscheiden. Die Kernbotschaft: Demokratie ist ein vielschichtiger (Lern-)Prozess, der bereits in der Schulbildung beginnt und mit Austausch, Meinungsbildung und Vielfalt zum Leben erweckt wird. Für Demokratie gibt’s kein WLAN. Diese Botschaft ist im Wahljahr 2017 aktueller denn je. 

 

Die Wirtschaftsjunioren Bayern e.V. sind mit über 4.500 jungen Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren der größte Landesverband der Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V., der mit über 10.000 Mitgliedern und einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz als „die Stimme der jungen Wirtschaft“ gilt. Die jungen Unternehmer verantworten rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze in 214 Kreisen, 63 davon in Bayern.

Seit 1958 sind die Wirtschaftsjunioren Mitglied der Junior Chamber International (JCI) mit ihrem Dienstsitz bei den Vereinten Nationen in New York. JCI Verbände gibt es in mehr als 100 Nationen. Die bekanntesten der rund 800 ehrenamtlichen Projekte mit deutscher Beteiligung sind neben dem Know How Transfer zwischen Politik und Wirtschaft auf allen Ebenen, die G20 Young Entrepreneur Alliance und verschiedene gemeinnützige Projekte wie „talk. EU“, „1000 und Deine Chance“, „WirtschaftsWissen im Wettbewerb“ die für Chancengleichheit, Nachhaltigkeit in der Wirtschaft und Fachkräfteentwicklung eintreten.

  

 Bildnachweis: Foto: Wirtschaftsjunioren Bayern e.V.

21.06.2017