Elevator Pitch: In 60 Sekunden erklären, was du machst
Ein Elevator Pitch ist eine Kurzvorstellung von 30 bis 120 Sekunden, in der du sagst, wer du bist, was du machst, wem es nützt und wie es weitergehen kann. Für 60 Sekunden reichen rund 120 gesprochene Wörter. Dieser Ratgeber gibt dir einen Baukasten mit Wortbudget, vier ausformulierte Beispiel-Pitches und eine Auswertung, wie sich 21 junge Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte aus Bayern selbst vorstellen.
👉 Deinen Elevator Pitch testest du am besten unter Menschen, die selbst jeden Tag pitchen, etwa in einem der 59 Kreise der Wirtschaftsjunioren Bayern.
Elevator Pitch: Definition und Herkunft
Ein Elevator Pitch ist eine kurze, frei gesprochene Vorstellung einer Person, eines Unternehmens oder einer Idee. Die deutschsprachige Wikipedia beschreibt ihn als Methode für eine kurze Zusammenfassung einer Idee und übersetzt den Begriff mit „Aufzugszusammenfassung“. Das Bild dahinter: Du triffst eine wichtige Person im Aufzug und hast nur die Dauer der Fahrt, um sie für dein Anliegen zu gewinnen. Ist der Pitch gut, geht das Gespräch nach dem Aussteigen weiter.
Ursprünglich diente der Elevator Pitch dazu, Investoren in kurzer Zeit von einer Geschäftsidee zu überzeugen. Heute nutzen ihn Gründerinnen und Gründer genauso wie Vertriebsleute, Forschende, Bewerberinnen und alle, die auf einem Netzwerkabend gefragt werden: „Und was machst du so?“ Die Gründerplattform nennt für einen Elevator Pitch höchstens drei Minuten, in der Regel ohne Folien. Das Portal Wissenschaftskommunikation.de spricht von ein bis drei Minuten und nennt die Variante für Forschende Science Pitch.
Wichtig ist das Ziel. Ein Elevator Pitch hat genau ein Ziel: Ein zweites Gespräch. Details und Abschluss folgen später. Die Gründerplattform formuliert es ähnlich: Wer am Ende die Visitenkarte des Gegenübers in der Hand hält oder einen Termin vereinbart hat, hat sein Ziel erreicht.
| Format | Dauer | Ziel | Typischer Ort |
|---|---|---|---|
| Elevator Pitch | 30 bis 120 Sekunden | Neugier auf ein zweites Gespräch | Netzwerkabend, Konferenz, Messe |
| Vorstellungsrunde | ein bis drei Sätze | Einordnung: Wer sitzt hier? | Kreisabend, Workshop, Seminar |
| Pitch mit Folien | mehrere Minuten | Entscheidung vorbereiten, etwa über eine Investition | Jury, Investorenrunde, Kundentermin |
| Small Talk | offen | Beziehung und Vertrauen aufbauen | Stehtisch, Pause, Abendessen |
Wo du einen Elevator Pitch brauchst: Sechs typische Anlässe
Die meisten Menschen denken beim Elevator Pitch an Start-ups vor Investoren. Im Alltag junger Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte kommt die Frage „Was machst du?“ viel häufiger vor, und zwar in diesen sechs Situationen:
- Netzwerkabend und Stammtisch: Jemand fragt nach deinem Beruf, und du hast einen halben Satz Zeit, bevor das Gespräch weiterzieht.
- Vorstellungsrunde: Im Workshop, im Seminar oder beim ersten Besuch in einem neuen Netzwerk stellt sich jede Person reihum vor.
- Konferenz und Messe: Zwischen zwei Programmpunkten triffst du Menschen, die du sonst nie erreichen würdest.
- Kundengespräch und Vertrieb: Ein potenzieller Kunde will in einer Minute wissen, ob sich ein Termin lohnt.
- Intern im Unternehmen: Du stellst ein Projekt der Geschäftsführung vor oder bewirbst dich auf eine Führungsrolle.
- Ehrenamt: Du gewinnst Sponsoren für ein Projekt, sprichst mit Abgeordneten oder wirbst neue Mitglieder.
Der Elevator Pitch beantwortet dabei immer dieselbe Frage. Er ist die Antwort, die folgt, wenn ein Gespräch schon läuft. Wie du ein Gespräch überhaupt eröffnest und elegant wieder beendest, erklärt der Ratgeber mit Small-Talk-Themen für Business-Events. Beide Fähigkeiten gehören zusammen: Der Small Talk öffnet die Tür, der Pitch sorgt dafür, dass dein Gegenüber sich an dich erinnert.
Zeitbudget in Wörtern: 60, 120 und 240 Wörter
Die meisten Pitches scheitern an der Länge. Die Gründerplattform nennt das Überziehen der Redezeit den häufigsten Fehler und rechnet vor, was es bedeutet: Wer für einen Pitch von 120 Sekunden 240 Sekunden braucht, verdoppelt seine Redezeit. Deshalb lohnt es sich, das Zeitbudget in Wörtern zu planen. Wörter kannst du beim Schreiben zählen, Sekunden erst beim Sprechen.
Als Rechengröße eignen sich 120 gesprochene Wörter pro Minute, also zwei Wörter pro Sekunde. Der Wikipedia-Artikel zum Sprechtempo nennt für deutsche Sprecher einen Referenzbereich von 90 bis 120 Wörtern pro Minute und zitiert die Faustregel, dass 120 laut gesprochene Wörter einer Minute entsprechen. Wer schneller spricht, schafft mehr Wörter, wirkt aber schnell gehetzt. Mit 120 Wörtern pro Minute bleibt Luft für Pausen, und genau die Pausen machen einen Pitch verständlich.
| Länge | Wörter | Sätze (rund 12 Wörter) | Einsatz |
|---|---|---|---|
| 30 Sekunden | ≈ 60 | 4 bis 5 | Vorstellungsrunde, Stehtisch, erster Kontakt |
| 60 Sekunden | ≈ 120 | 9 bis 10 | Gespräch auf dem Netzwerkabend, Kundenanfrage |
| 120 Sekunden | ≈ 240 | 18 bis 20 | Pitch-Runde, Jury, Speed-Networking |
Die Tabelle zeigt auch, wie wenig Platz ein Pitch bietet. In 60 Sekunden passen neun bis zehn kurze Sätze. Jeder Satz braucht deshalb eine Aufgabe, und der Baukasten im nächsten Abschnitt verteilt diese Aufgaben.
Der Baukasten: Fünf Bausteine für jeden Elevator Pitch
Wikipedia nennt vier Fragen für die Vorbereitung: Wer bin ich? Was tue ich? Was haben andere davon? Wozu möchte ich mein Gegenüber veranlassen? Die Gründerplattform empfiehlt als Gerüst das AIDA-Modell aus der Werbung mit den Stufen Attention, Interest, Desire und Action. Aus beiden Ansätzen haben wir einen Baukasten mit fünf Bausteinen gemacht, der für Gründerinnen, Nachfolger, Angestellte und Freiberufler gleichermaßen funktioniert.
Baustein 1: Der Haken weckt Aufmerksamkeit (rund 15 Wörter)
Der erste Satz entscheidet, ob dein Gegenüber zuhört. Gut funktionieren eine Frage nach einem Problem, das dein Gegenüber kennt, eine überraschende Zahl oder ein anschauliches Bild. Die Gründerplattform rät, gleich die Perspektive der Zuhörenden einzunehmen, und nennt „Mein Name ist Max Mustermann und ich habe einen Doktor in Verfahrenstechnik“ als Beispiel für einen Einstieg, der wenig Neugier weckt.
Baustein 2: Die Rolle ordnet dich ein (rund 15 Wörter)
Nach dem Haken sagst du, wer du bist, in einem Satz: Gründerin, Nachfolger in dritter Generation, Teamleiter, freie Innenarchitektin. Dazu kommt der Ort, weil er in Bayern oft sofort Anknüpfungspunkte schafft. „Bei Straubing“ oder „in Würzburg“ sagt deinem Gegenüber mehr als jeder Titel.
Baustein 3: Der Nutzen zeigt, wem du hilfst (rund 40 Wörter)
Der Nutzen ist der Kern des Pitches und bekommt die meisten Wörter. Beschreibe, für wen du arbeitest und was sich für diese Menschen ändert. Eine einfache Formel hilft beim ersten Entwurf:
Ich helfe [Zielgruppe], [Problem] zu lösen, indem ich [Weg]. Das bringt ihnen [Ergebnis].
Die Formel ist ein Gerüst für den Entwurf. Im fertigen Pitch klingt der Satz natürlicher, etwa: „Unsere App plant Schichten automatisch um, sobald jemand ausfällt.“ Konkrete Wörter schlagen Oberbegriffe. Die Gründerplattform zeigt das an einem Müsli: Hafer-Crunchy, Mandeln und Dinkelflocken erzeugen ein Bild. Der Oberbegriff „natürliche Rohstoffe“ bleibt abstrakt.
Baustein 4: Der Beweis macht den Nutzen glaubwürdig (rund 30 Wörter)
Ein Beweis ist eine Zahl, ein Kunde oder ein kurzes Beispiel. „Zwölf Pflegedienste arbeiten damit“ überzeugt mehr als „Wir sind sehr erfolgreich“. Eigenschaften wie zuverlässig, kreativ oder engagiert behauptet jeder. Ein Beweis zeigt sie, ohne dass du sie aussprechen musst.
Baustein 5: Die Brücke führt zum nächsten Schritt (rund 20 Wörter)
Am Ende steht eine konkrete Bitte oder Frage: „Kennst du jemanden, der …?“, „Wie war das bei dir?“ oder „Lass uns nachher weiterreden.“ Die Brücke gibt deinem Gegenüber einen Grund, das Gespräch fortzusetzen. Im Netzwerk wirkt eine Frage oft besser als ein Angebot, weil sie das Gegenüber zum Experten macht.
So stellen sich 21 Wirtschaftsjunioren vor: Auswertung der Kampagne
Die Wirtschaftsjunioren Bayern stellen 2026 in der Kampagne „Wirtschaft beginnt mit WIR“ ihre Mitglieder auf Instagram und LinkedIn vor. Jedes Porträt beantwortet dieselbe Aufforderung: „Erzähle etwas über dich als Unternehmer/in: Wer bist du? Was tust du? Was zeichnet dich aus?“ Das ist die Aufgabe eines Elevator Pitches in schriftlicher Form. Wir haben die 21 Antworten ausgewertet, die zwischen Februar und September 2026 erschienen sind, und die Wörter gezählt.
Das Ergebnis: Die Selbstvorstellungen haben im Median 53 Wörter, gesprochen sind das rund 26 Sekunden. Die kürzeste hat 41 Wörter, die längste 135. 16 von 21 passen in einen 30-Sekunden-Pitch, 20 von 21 in einen Pitch von 60 Sekunden. Ohne Vorgabe zur Länge landen junge Unternehmerinnen und Unternehmer also fast von selbst bei einer halben Minute.
Aufschlussreich sind die ersten Sätze, weil sie im Gespräch über den weiteren Verlauf entscheiden. Wir haben jeden ersten Satz einer von vier Arten zugeordnet:
| Art des ersten Satzes | Antworten | Beispiel aus der Kampagne |
|---|---|---|
| Rolle, Beruf oder Unternehmen | 11 von 21 | „Ich leite zwei Kindertagesstätten …“ |
| Name | 7 von 21 | „Ich bin Paul, Geschäftsführer des Computerspiele-Studios Emergo Entertainment.“ |
| Bild oder Wortspiel | 2 von 21 | „Ich bin Kuschel-Agentin …“ |
| Nutzen für andere | 1 von 21 | „Ich löse Probleme …“ |
In einem Social-Media-Porträt ist der Einstieg mit Rolle oder Namen naheliegend, denn Foto und Name stehen ohnehin daneben. Für den gesprochenen Pitch lohnt ein Blick auf die drei Antworten, die mit einem Bild oder einem Nutzen beginnen. Maximilian Krämer von DNK Rechtsanwälte, Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren München, stellt den Nutzen für seine Mandanten an den Anfang:
„Ich löse Probleme und sorge dafür, dass meine Mandanten ein bisschen ruhiger schlafen können.“
Josephine Dransfeld leitet mit ihrer Mutter die Plüschspielwarenfabrik Heunec in Coburg. Ihr erster Satz liefert ein Bild, das man nach einem langen Netzwerkabend noch im Kopf hat:
„Ich bin Kuschel-Agentin und darf gemeinsam mit meiner Mutter eine Spielzeugfabrik leiten und Kuscheltiere entwickeln.“
Auch Elisabeth Baerwindt von den Wirtschaftsjunioren Augsburg arbeitet mit einem Bild. Die Softwareentwicklerin beschreibt sich als „Brückenbauerin zwischen KI und Menschlichkeit“. Martina Busch von Optik & Akustik Wagner eröffnet mit einer Besonderheit, die neugierig macht:
„Hallo, ich heiße Martina und halte einen doppelten Meistertitel!“
Den Baustein Beweis liefern vor allem Zahlen. 6 der 21 Selbstvorstellungen enthalten eine konkrete Zahl, etwa die Zahl der Mitarbeitenden, die Jahre der Selbstständigkeit oder die Generation im Familienunternehmen. Laura Keller-Lenz, die mit ihrem Bruder die KA Antriebstechnik GmbH vom Vater übernommen hat, beschreibt in zwei Sätzen Produkt, Kunden und Größe:
„Wir entwickeln und produzieren Sondergetriebe für Industrieanlagen, wie etwa für Baumaschinen, Recyclinganlagen oder den Schiffsbau. Gemeinsam tragen wir die Verantwortung für 50 Mitarbeiter.“
Die Aufforderung „Was zeichnet dich aus?“ führt dazu, dass 11 der 21 Antworten Eigenschaften aufzählen, meist mit der Formulierung „Mich zeichnet … aus“. Für ein Porträt passt das gut. Im gesprochenen Pitch übernimmt der Beweis diese Aufgabe: Ein Satz über 50 Mitarbeitende oder zwei Meistertitel zeigt Verantwortung und Ehrgeiz, ohne dass die Wörter fallen müssen.
Vier Beispiel-Pitches für typische Profile
Die folgenden vier Pitches zeigen den Baukasten an Profilen, die bei den Wirtschaftsjunioren häufig vorkommen: Eine Gründerin, ein Nachfolger im Familienbetrieb, eine angestellte Führungskraft und eine Freiberuflerin. Alle Personen, Unternehmen und Zahlen in diesen Beispielen sind erfunden. Sie dienen als Muster, das du mit deinen eigenen Fakten füllst.
Beispiel 1: Die Gründerin eines Software-Start-ups
„Kennst du das, wenn am Sonntagabend zwei Pflegekräfte absagen und der Dienstplan für Montag neu gebaut werden muss? Genau diese Stunden hole ich ambulanten Pflegediensten zurück. Ich habe in Regensburg ein Software-Start-up gegründet. Unsere App plant Schichten automatisch um, sobald jemand ausfällt, und fragt passende Kolleginnen direkt auf dem Handy an. Die Pflegedienstleitung bestätigt am Ende mit einem Klick, und alle sehen ihre Schichten jederzeit in der App. Zwölf Pflegedienste in der Oberpfalz arbeiten seit dem Frühjahr damit und sparen nach eigener Aussage drei bis vier Stunden Planung pro Woche. Als Nächstes möchte ich nach Niederbayern. Kennst du jemanden, der dort einen ambulanten Dienst leitet? Über eine Vorstellung würde ich mich sehr freuen.“
Der Pitch beginnt mit einer Frage, die jede Pflegedienstleitung sofort versteht. Rolle und Ort folgen in einem kurzen Satz. Der Nutzen steht in zwei Sätzen, der Beweis in einer Zahl, und die Brücke bittet um eine Vorstellung. Die Bitte ist klein und konkret, deshalb fällt die Zusage leicht.
Beispiel 2: Der Nachfolger im Familienbetrieb
„Ich führe in dritter Generation einen Metallbaubetrieb bei Straubing. Mein Großvater hat mit Hoftoren angefangen, heute bauen wir mit 38 Leuten Treppen, Geländer und Balkone aus Stahl, vor allem für neue Wohnanlagen. Seit ich den Betrieb vor drei Jahren übernommen habe, liefern wir Balkone fertig montiert auf die Baustelle. Ein Balkon hängt damit in zwei Stunden, und der Bauträger spart sich ein Gerüst. Im letzten Jahr waren das 400 Balkone für elf Wohnanlagen zwischen Regensburg und Passau. Ich suche jetzt Bauträger und Architekten im Raum München, die früh in der Planung mit uns sprechen wollen. Arbeitest du mit solchen Leuten? Dann tauschen wir gern Kontakte.“
Der Nachfolger beginnt mit seiner Rolle, weil „dritte Generation“ in Bayern selbst ein Haken ist: Das Gegenüber fragt fast immer nach. Der Nutzen steckt im Satz über den Balkon, der in zwei Stunden hängt, und der Beweis in 400 Balkonen für elf Wohnanlagen. Wer gerade selbst übernimmt, findet im Ratgeber Unternehmergeist die Stimmen von fünf Wirtschaftsjunioren aus Familienunternehmen.
Beispiel 3: Die angestellte Führungskraft
„Wenn in einer Verpackungsmaschine ein einziges Teil fehlt, steht beim Kunden die Linie. Damit das nicht passiert, leite ich den Einkauf eines Maschinenbauers im Allgäu mit rund 900 Beschäftigten. Mein Team aus sieben Leuten kauft jedes Jahr Teile von über 300 Lieferanten ein. Seit letztem Herbst bin ich Teamleiterin, vorher war ich selbst Einkäuferin in genau diesem Team. Im ersten Jahr haben wir für die wichtigsten 40 Teile einen zweiten Lieferanten aufgebaut, seitdem ist keine Auslieferung mehr wegen fehlender Teile verschoben worden. Mich interessiert gerade, wie andere junge Führungskräfte den Wechsel vom Kollegen zur Chefin erlebt haben. Wie war das bei dir?“
Auch Angestellte brauchen einen Pitch, im Netzwerk genauso wie im eigenen Unternehmen. Die Teamleiterin beschreibt ihren Beitrag zum Unternehmen: Maschinen laufen, weil ihr Team die Teile sichert. Die Brücke ist eine offene Frage zu einem Thema, das viele junge Führungskräfte beschäftigt. Wie dieser Wechsel gelingt, beschreibt der Ratgeber Vom Mitarbeiter zur Führungskraft.
Beispiel 4: Die Freiberuflerin
„Im Wartezimmer entscheidet sich, mit welcher Stimmung Patientinnen und Patienten ins Behandlungszimmer gehen. Ich bin freie Innenarchitektin in Würzburg und plane Arztpraxen, vom Empfang über das Wartezimmer bis zum Behandlungsraum. Licht, Möbel und Wege plane ich so, dass das Praxisteam kürzere Wege hat. Meine Kundinnen und Kunden sind meist Ärztinnen und Ärzte, die eine Praxis übernehmen und in sechs bis acht Wochen umbauen wollen, ohne lange zu schließen. In den letzten vier Jahren habe ich so 23 Praxen in Unterfranken umgebaut. Gerade suche ich Kontakte zu Steuerberatern und Banken, die Praxisübernahmen begleiten. Kennst du jemanden in dem Bereich? Dann stelle ich mich gern vor.“
Die Innenarchitektin beginnt mit einer Situation, die jeder aus dem Wartezimmer kennt. Sie nennt ihre Zielgruppe sehr eng: Ärztinnen und Ärzte, die eine Praxis übernehmen. Genau diese Enge macht die Brücke stark, denn sie fragt nach Steuerberatern und Banken, die solche Übernahmen begleiten. So wird jeder Zuhörer zum möglichen Empfehlungsgeber.
| Baustein | Gründerin | Nachfolger | Führungskraft | Freiberuflerin |
|---|---|---|---|---|
| Haken | Frage zum Dienstplan am Sonntag | Dritte Generation | Fehlendes Teil stoppt die Linie | Stimmung im Wartezimmer |
| Rolle | Gründerin in Regensburg | Nachfolger bei Straubing | Teamleiterin Einkauf im Allgäu | Innenarchitektin in Würzburg |
| Nutzen | Automatische Dienstpläne | Balkon hängt in zwei Stunden | Maschinen werden pünktlich fertig | Praxisumbau in sechs bis acht Wochen |
| Beweis | Zwölf Pflegedienste | 400 Balkone, elf Wohnanlagen | Zweiter Lieferant für 40 Teile | 23 Praxen in vier Jahren |
| Brücke | Bitte um Vorstellung | Kontakte tauschen | Offene Frage zum Rollenwechsel | Frage nach Empfehlungsgebern |
Vom 16. bis 18. Oktober 2026 treffen sich rund 250 Wirtschaftsjunioren aus ganz Bayern in Forchheim. Workshops, Betriebsbesichtigungen und der Eröffnungsabend im Kellerwald bieten viele Gelegenheiten für den ersten Satz. Auch Gäste ohne Mitgliedschaft sind willkommen.
Zur DEKO26Ein Elevator Pitch in drei Längen: 30, 60 und 120 Sekunden
Ein guter Pitch lässt sich stauchen und strecken. Die fünf Bausteine bleiben gleich, nur ihr Umfang ändert sich. Am Beispiel des Nachfolgers aus dem Metallbau sieht das so aus:
„Ich führe in dritter Generation einen Metallbaubetrieb bei Straubing. Mit 38 Leuten bauen wir Treppen, Geländer und Balkone aus Stahl, vor allem für neue Wohnanlagen in Niederbayern und der Oberpfalz. Unsere Balkone kommen fertig montiert auf die Baustelle und hängen in zwei Stunden. Arbeitest du mit Bauträgern oder Architekten? Dann tauschen wir gern Kontakte.“
Die 30-Sekunden-Fassung behält Rolle, Nutzen und Brücke und streicht die Geschichte des Betriebs. Sie passt in jede Vorstellungsrunde und an jeden Stehtisch. Die 60-Sekunden-Fassung steht weiter oben bei Beispiel 2. Die zwei Minuten lange Fassung ergänzt eine Geschichte und ein zweites Anliegen:
„Ich führe in dritter Generation einen Metallbaubetrieb bei Straubing. Mein Großvater hat vor über fünfzig Jahren mit Hoftoren angefangen, mein Vater kam mit Treppen und Geländern dazu. Heute bauen wir mit 38 Leuten Treppen, Geländer und Balkone aus Stahl, vor allem für neue Wohnanlagen. Als ich vor drei Jahren übernommen habe, hat mich eine Frage beschäftigt: Wie bleiben wir als Handwerksbetrieb schnell genug für große Bauprojekte? Unsere Antwort ist die Vormontage. Wir schweißen, verzinken und beschichten die Balkone komplett in der eigenen Halle und liefern sie fertig auf die Baustelle. Ein Balkon hängt damit in zwei Stunden, der Bauträger spart sich ein Gerüst, und unsere Monteure stehen weniger im Regen. Im letzten Jahr waren das 400 Balkone für elf Wohnanlagen zwischen Regensburg und Passau. Die größte Aufgabe liegt für mich gerade bei den Menschen. Wir bilden jedes Jahr drei Metallbauer aus, und zwei unserer Meister gehen in den nächsten Jahren in Rente. Deshalb baue ich eine zweite Führungsebene auf und lerne selbst gerade, wie man ein Team führt, das mich noch als Lehrling kannte. Für das Wachstum suche ich Bauträger und Architekten im Raum München, die früh in der Planung mit uns sprechen wollen. Und ich freue mich über jeden, der schon einmal einen Familienbetrieb übernommen hat und mir von seinen ersten Jahren erzählt. Arbeitest du mit Bauträgern, oder hast du selbst übernommen? Dann lass uns nachher weiterreden.“
Die lange Fassung eignet sich für Pitch-Runden, Speed-Networking oder ein Gespräch, in dem das Gegenüber ausdrücklich nachfragt. Sie enthält zusätzlich eine Frage, die den Nachfolger bewegt, und seine Antwort darauf. Solche Einblicke machen einen Pitch persönlich, und sie liefern dem Gegenüber einen Anknüpfungspunkt für eigene Erfahrungen. Das Thema Führung taucht hier ganz natürlich auf; welche Fähigkeiten junge Führungskräfte dafür brauchen, zeigt der Ratgeber zur Führungskompetenz.
| Baustein | 30 Sekunden | 60 Sekunden | 120 Sekunden |
|---|---|---|---|
| Haken | Dritte Generation | Dritte Generation und Großvater | Familiengeschichte über drei Generationen |
| Rolle | Metallbau bei Straubing | Metallbau, seit drei Jahren übernommen | Übernahme und die Frage danach |
| Nutzen | Balkon hängt in zwei Stunden | Kein Gerüst für den Bauträger | Vormontage in der eigenen Halle |
| Beweis | 38 Mitarbeitende | 400 Balkone, elf Wohnanlagen | Dazu Ausbildung und Führungsebene |
| Brücke | Kontakte tauschen | Bauträger im Raum München | Zwei Anliegen und Einladung zum Gespräch |
Elevator Pitch üben: Sieben Schritte bis zur freien Rede
Ein Pitch wirkt dann souverän, wenn er vorbereitet ist und trotzdem frei klingt. Diese sieben Schritte führen dich in etwa einer Stunde vom ersten Entwurf zur fertigen Fassung:
- Ziel festlegen: Schreib auf, was nach dem Pitch passieren soll, zum Beispiel eine Vorstellung, ein Termin oder ein Erfahrungsaustausch.
- Fünf Zeilen schreiben: Formuliere je Baustein eine Zeile, ohne auf die Länge zu achten.
- Wörter zählen: Kürze auf 120 Wörter für 60 Sekunden. Streiche zuerst Füllwörter, dann Details, zuletzt ganze Sätze.
- Laut lesen mit Stoppuhr: Sprich den Pitch mit der Stoppuhr deines Handys. Liegst du über 60 Sekunden, kürzt du weiter.
- Auf Stichworte reduzieren: Behalte fünf Stichworte, eines je Baustein, und sprich den Pitch dreimal frei danach.
- An drei Menschen testen: Pitche vor drei Personen aus anderen Branchen und frag danach: „Was hast du dir gemerkt?“ Was keiner nennt, fliegt raus.
- Varianten ableiten: Erstelle aus der 60-Sekunden-Fassung eine kurze Fassung mit 30 und eine lange mit 120 Sekunden.
Üben klappt am besten in einem geschützten Rahmen. Das Ressort Training der Wirtschaftsjunioren Bayern bündelt Formate für die persönliche Weiterentwicklung,. Workshops und Seminare beginnen oft mit einer Vorstellungsrunde, und jede Runde ist eine Gelegenheit, den eigenen Pitch zu testen.
Sechs Stolperstellen beim Elevator Pitch und wie du sie umgehst
Die meisten Stolperstellen entstehen aus guter Absicht: Man will vollständig sein, professionell klingen oder nichts vergessen. Diese sechs kommen am häufigsten vor, jeweils mit einer besseren Version:
| Stolperstelle | Beispiel | Bessere Version |
|---|---|---|
| Zu lang | Drei Minuten für eine Minute Redezeit | Wörter zählen, auf 120 kürzen, mit Stoppuhr prüfen |
| Fachsprache | „Wir bieten Full-Service-Lösungen im B2B-Bereich“ | „Wir bauen Balkone für Wohnanlagen“ |
| Leere Adjektive | „innovativ, nachhaltig, effektiv“ | Eine Zahl oder ein Kunde als Beweis |
| Abstrakte Substantive | „Optimierung der Prozessqualität“ | „Die Maschinen werden pünktlich fertig“ |
| Kein nächster Schritt | Der Pitch endet mit „… ja, das mache ich.“ | Eine Frage oder eine konkrete Bitte zum Schluss |
| Auswendig gelernt | Der Pitch klingt wie vorgelesen | Fünf Stichworte und freie Rede |
Die Stolperstellen zwei bis vier gehen auf einen Rat der Gründerplattform zurück: Adjektive wie innovativ, nachhaltig oder effektiv streichen und Hauptwörter auf -heit, -keit und -ung meiden, weil sie beim Zuhören keine Bilder erzeugen. Kräftige Verben und konkrete Dinge bleiben im Gedächtnis.
Nervosität darf sein. Die Gründerplattform ermutigt ausdrücklich: Du darfst nervös sein und dich versprechen. Ein kleiner Patzer macht dich sympathisch, solange der Pitch klar und kurz bleibt.
Elevator Pitch im Netzwerk: Kreisabend, Konferenz und DEKO26
In einem Netzwerk wie den Wirtschaftsjunioren hörst du deinen Pitch selten nur einmal. Du stellst dich beim ersten Kreisabend vor, beim Workshop, auf der Landeskonferenz und im Gespräch danach. Deshalb lohnt es sich, zwei Pitches parat zu haben: Einen über deine Arbeit und einen über dein Engagement. Wie du über den ersten Abend hinaus Kontakte aufbaust und pflegst, zeigt der Ratgeber Netzwerken lernen.
Der zweite Pitch beantwortet die Frage „Warum bist du bei den Wirtschaftsjunioren?“. Die Kampagne „Wirtschaft beginnt mit WIR“ hat auch diese Frage gestellt, und viele Antworten sind kleine Pitches für das Netzwerk. Josephine Dransfeld antwortet so:
„Zu jedem noch so absurden Sachverhalt bekommt man hier ratz-fatz eine Antwort.“
Ein Verbands-Pitch von 30 Sekunden reicht, um jemanden neugierig zu machen. Das folgende Beispiel ist ebenfalls erfunden:
„Ich bin bei den Wirtschaftsjunioren, weil ich als Gründerin viele Fragen zum ersten Mal habe und im Kreis fast immer jemand sitzt, der sie schon gelöst hat. Wir reden über Führung, Finanzierung und alles dazwischen und stellen eigene Projekte für die Region auf die Beine. Frag mich gern, wie du den Kreis in deiner Nähe findest.“
Der nächste Termin, an dem du beide Pitches brauchst, steht fest. Die DEKO26 in Forchheim bringt vom 16. bis 18. Oktober 2026 rund 250 Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte der Wirtschaftsjunioren Bayern zusammen. Laut Ausrichter ist sie auch für Interessierte ohne Mitgliedschaft offen und gilt als guter Einstieg ins Netzwerk. Wer sich einen Überblick über das Angebot der verschiedenen Verbände verschaffen will, findet ihn im Ratgeber zu den Unternehmerverbänden in Bayern.
Der Weg in das Netzwerk führt über die Kreise. Die Wirtschaftsjunioren Bayern sind in 59 Juniorenkreisen in ganz Bayern organisiert, und wer Unternehmerin, Unternehmer, selbstständig oder Führungskraft unter 40 ist, bringt die wichtigsten Voraussetzungen mit. Im Kreis vor Ort testest du deinen Elevator Pitch vor Menschen, die ihn wirklich brauchen können.
Kurz gesagt: Ein Elevator Pitch hat fünf Bausteine und 120 Wörter
Ein Elevator Pitch erklärt in 30 bis 120 Sekunden, wer du bist, was du machst, wem es nützt und wie es weitergeht. Plane ihn in Wörtern: 60 für eine halbe Minute, 120 für eine Minute, 240 für zwei. Baue ihn aus Haken, Rolle, Nutzen, Beweis und Brücke, und gib Nutzen und Beweis die meisten Wörter. Die 21 Selbstvorstellungen aus der Kampagne „Wirtschaft beginnt mit WIR“ zeigen: Die meisten Menschen landen von selbst bei einer halben Minute, und die wenigen Einstiege mit einem Bild oder einem Nutzen zeigen, wie ein erster Satz neugierig macht. Schreib deinen Pitch heute auf, sprich ihn mit der Stoppuhr und teste ihn beim nächsten Treffen.
In 59 Kreisen treffen sich junge Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte unter 40, stellen sich vor, tauschen Erfahrungen und bringen gemeinsam Projekte voran. Finde den Kreis in deiner Nähe. Du kannst auch erst einmal als Gast zu einem Treffen in deinem Kreis kommen.
Kreis findenHäufige Fragen zum Elevator Pitch
Was ist ein Elevator Pitch?
Ein Elevator Pitch ist eine Kurzvorstellung von dir, deinem Unternehmen oder deiner Idee, die in die Dauer einer Aufzugfahrt passt. Er dauert meist 30 bis 120 Sekunden und soll das Gegenüber neugierig auf ein zweites Gespräch machen.
Wie lang sollte ein Elevator Pitch sein?
Für die meisten Anlässe sind 30 bis 60 Sekunden richtig, das entspricht rund 60 bis 120 gesprochenen Wörtern. Für Pitch-Runden auf Veranstaltungen oder vor einer Jury sind bis zu zwei Minuten üblich.
Wie baut man einen Elevator Pitch auf?
Ein Elevator Pitch hat fünf Bausteine: Einen Haken, der Aufmerksamkeit weckt, deine Rolle, den Nutzen für andere, einen konkreten Beweis und eine Brücke zum nächsten Schritt. Nutzen und Beweis bekommen dabei die meisten Wörter.
Wie fängt man einen Elevator Pitch an?
Ein guter Elevator Pitch beginnt mit einem Satz, der das Gegenüber betrifft: Einer Frage nach einem bekannten Problem, einer überraschenden Zahl oder einem anschaulichen Bild. Name und Titel folgen danach oder stehen ohnehin schon auf dem Namensschild.
Sollte man einen Elevator Pitch auswendig lernen?
Lerne die Struktur und den ersten und letzten Satz auswendig, den Rest sprichst du frei. So klingt der Pitch natürlich und lässt sich an jedes Gegenüber anpassen.
Quellen
- Wikipedia: „Elevator Pitch“, Wikipedia, die freie Enzyklopädie, abgerufen am 24.09.2026.
- Gründerplattform: „Ein Elevator Pitch zum Niederknien: Aufbau, Ziele und Tipps“, gruenderplattform.de, abgerufen am 24.09.2026.
- Wissenschaftskommunikation.de: „Format: Elevator Pitch“, wissenschaftskommunikation.de, abgerufen am 24.09.2026.
- Wikipedia: „Sprechtempo“, Wikipedia, die freie Enzyklopädie, abgerufen am 24.09.2026.
- Wirtschaftsjunioren Bayern: „Kampagne „Wirtschaft beginnt mit WIR“ (#wirtschaftbeginntmitwir)“, Instagram, Februar bis September 2026.
- Wirtschaftsjunioren Bayern: „Porträts der Kampagne „Wirtschaft beginnt mit WIR““, LinkedIn, Februar bis September 2026.



